• KathaScharf
Herr Huthmacher: Hi Katha! Ich möchte dich heute über deine Teilnahme bei den Science Olympiaden befragen. Du warst ja nicht nur einmal dabei!

Katharina Scharf: Ja, das stimmt. Ich habe vor zwei Jahren bei der Internationalen ChemieOlympiade mitgemacht. Ich war bei den ersten beiden Runden mit dabei. Konnte mich aber nicht über die zweite Runde hinaus qualifizieren. Letztes Jahr habe ich dann bei der Internationalen BioOlympiade teilgenommen.

(Anmerkung der Redaktion: die Science Olympiaden bestehen aus mehreren Runden. Um zur nächsten Runde zugelassen zu werden, muss eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht werden. In der ersten Runde werden Aufgaben gestellt, welcher der Teilnehmer selbständig zu Hause über einen längeren Zeitraum bearbeiten soll. Hierbei sind sämtliche Hilfsmittel erlaubt. In der zweiten Runde werden Fragen in Form einer Klausur unter Aufsicht beantwortet. Der betreuende Lehrer korrigiert diese Aufgaben und schickt das Ergebnis zur Organisation. Die besten Teilnehmer pro Bundesland kommen dann in die dritte Runde. Hier werden dann die besten vier Teilnehmer aus ganz Deutschland ermittelt, welche dann gegen andere Teilnehmer aus der ganzen Welt antreten.)

Herr Huthmacher: Wie hast du bei der Internationalen BioOlympiade abgeschnitten?

Katharina Scharf: Hier bin ich unter die besten 16 Teilnehmer in Baden-Württemberg gekommen. Als Belohnung wurden diese nach Heilbronn eingeladen.

Herr Huthmacher: Das hört sich interessant an. Erzähl mal, was hast du dort gemacht?

Katharina Scharf: Nach Heilbronn sind die besten 16 Teilnehmer aller Science Olympiaden eingeladen worden. Also Chemie, Physik und Biologie. Insgesamt dauerte der Aufenthalt in Heilbronn zwei Tage. Übernachtung und sonstige Spesen wurden von der Organisation abgedeckt.Wir besuchten ein Museum wo es viele verschieden Experimente gab. Ähnlich wie das Futurium in Berlin. Anschließend wurden wir in Kleingruppen in den jeweiligen Fachrichtungen eingeteilt, um im Labor Versuche durchzuführen. Zuerst bekamen wir Informationen über die Krebsdiagnostik. Anschließend führten wir Versuche dazu durch. Am spannendsten fand ich die Arbeit im Labor. Wir machten eine ELISA-Test, PCR, Gelelektrophorese, also allgemeines biologisch technisches Arbeiten. Es gab auch einen Vortrag von einem Prof aus Kalifornien. Auf Englisch. Ich fand das ziemlich cool. Der hat uns dann alles zur Fluoreszenz erklärt. Wir waren auch noch im Planetarium, was ich ebenfalls sehr interessant fand. Auch hier hat ein Prof vieles erklärt und gezeigt.

Herr Huthmacher: Das hört sich spannend, aber auch sehr kompliziert an, vor allem die biologischen Sachverhalte!

Katharina Scharf: Ich fand es sehr interessant. Und da ich mich auf die jeweiligen Fragen der ersten beiden Runden eh schon vorbereitet hatte, war es dann auch nicht mehr so schwierig. Zumal vieles auch im Unterricht behandelt wurde (Katha hatte NF Biologie, Anmerkung der Redaktion). Die Vorbereitung auf die Science Olympiade war übrigens eine super Vorbereitung für das Abitur. Dafür musste ich dann vieles nicht mehr extra lernen, da das ich das alles schon einmal gelernt hatte bzw. schon wusste.

Katha meinte dazu noch, dass die Vorbereitung für die BioOlympiade sehr viel für das Abitur gebracht hat, da der Stoff, den sie dafür lernen musste auch abiturrelevant war. Aber auch über den Stoff hinaus musste sie sich Sachverhalte aneignen. Da sie sich dieses Wissen aber weit vor dem Abitur schon aneignen musste, konnte sie von ihrem Wissen das ganze Schuljahr hindurch extrem im LF profitieren.

Herr Huthmacher: Neben diesen praktischen Erfahrungen im Bereich der Naturwissenschaften, hat es dir sonst noch etwas gebracht?

Katharina Scharf: Ich konnte sehr viele neue Kontakte in Heilbronn knüpfen. Es war leicht andere Schüler kennen zu lernen. In den Gesprächen mit ihnen konnte ich viele Ideen für meine spätere Berufswahl sammeln. Dort gab es auch unglaubliche Überflieger, wie zum Beispiel ein Teilnehmer, der schon an der Uni studiert aber jetzt sein Abi nachholt und dabei genauso alt war wie ich!

Herr Huthmacher: Wie? Beides gleichzeitig?

Katharina Scharf: Ja (lacht). Überflieger halt! Ansonsten gibt es natürlich auch die Möglichkeit gute Kontakte zu den Profs zu knüpfen, welche die Veranstaltungen leiteten, bzw. durch die Teilnahme können leicht Kontakte zu Personen an der Uni geknüpft werden.

Herr Huthmacher: Hast du noch Kontakt zu diesen Leuten?

Katharina Scharf: Ja. Mit zwei Teilnehmer habe ich immer noch Kontakt. Wir haben uns auch gemeinsam auf das Abitur vorbereitet. Mit den Profs noch nicht, da ich damals noch nicht wusste, was ich studieren werde.

Herr Huthmacher: Was meinst du? Bringt dir die Teilnahme an der Chemie- als auch bei der BioOlympiade etwas für deine spätere Berufs- bzw. Studienwahl?

Katharina Scharf: Ja, auf alle Fälle! Durch die Erfahrungen, die ich machen konnte, weiß ich jetzt, dass ich nicht in einem Labor arbeiten möchte. Das wäre mir zu langweilig. Dennoch kann ich die Teilnahme nur empfehlen. Also für Leute, die sich für so etwas interessieren. Aber auch später, macht sich die Teilnahme in einer Bewerbung richtig gut. Das ist sicherlich ein großes Plus. Und natürlich die Kontakte, die man schon knüpfen konnte.

Herr Huthmacher: Das hört sich jetzt alles so super an. Gibt es auch etwas, was du nicht gut fandest?

Katharina Scharf: Ich hätte da eine Kritik an unsere Schule. Die Teilnahme ist ja auch mit einem Mehraufwand verbunden. Aber an unserer Schule wird man dafür nicht wirklich belohnt. Andere Teilnehmer von anderen Schulen konnten die Teilnahme als GFS anrechnen lassen. Sozusagen als Ansporn und Belohnung an diesen Wettbewerben teilzunehmen.

Herr Huthmacher: Der Mehraufwand ist sicherlich ein Thema. Wie gut bist du mit dieser Doppelbelastung klargekommen?

Katharina Scharf: Man muss es schon wollen, also Lust dazu haben, Interesse und Begeisterung dafür. Es als ein Hobby sozusagen ansehen. Und das Plus für die Abi-Vorbereitung sehen. Dann geht es schon.

Herr Huthmacher: Katha, ich danke dir für das Gespräch.

 

Wer Interesse an der Teilnahme einer Science Olympiade oder ähnlichen Wettbewerben haben sollte, kann sich auf der schuleigenen Homepage informieren (http://www.gisny.eu/index.php/schueler/mint/mint-wettbewerbe/mint-wettbewerbe-ii), oder Herrn Huthmacher direkt ansprechen. Neben den Wettbewerben für ältere Schüler, gibt es auch zahlreiche Wettbewerbe für jüngere Teilnehmer.

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