„Wir erleben (...) in der Corona-Krise ein existenzielles Sozialexperiment und einen Systemwettkampf, ein Ringen um Menschenbilder, Mündigkeitsideale und Weltanschauungen im Spannungsfeld von nationalem Egoismus und globaler Solidarität, von Freiheit und Sicherheit, von humaner Orientierung, ökonomischer Vernunft und kalt kalkulierendem Nützlichkeitsdenken.“

Bernhard Pörksen jongliert in seinem Essay „Die verletzliche Zivilisation“ mit Fremdwörtern und Fachbegriffen, um die Bedeutung der Covid-19-Pandemie für unsere Gesellschaft zu lancieren.

Meine Gedanken hängen dem Artikel nach, wandern mit Gefühlschaos im Gepäck durch Zeitgeschichte und Zukunft, sodass ich sie nur mühsam zurückzerren kann. Schließlich sollte meine ungeteilte Aufmerksamkeit im Moment der Thematik „Existenzkrise“ gelten. Natürlich nicht meiner Existenzkrise – versteht sich. Natürlich nicht der des Bäckers um die Ecke – unverkaufte Ware, leere Kasse, Zukunftssorgen. Natürlich nicht der des Straßenverkäufers in Venezuela, dessen Geschäft von einem Tag auf den anderen zusammengebrochen ist. Natürlich nicht. Denn welchen Problemen sollte inmitten einer globalen Pandemie auch sonst so viel Beachtung zukommen, als denen des Gelehrten Heinrich Faust oder des Intellektuellen Harry Haller?

Inmitten des Chaos aus bunten Post-its, stapelweise Zusammenfassungen, wankenden Türmen aus Abiturvorbereitungswerken und leeren Kaffeetassen, kauere ich also am Schreibtisch und kann mich privilegiert schätzen, weil meine größten Probleme „Kurvendiskussion“ und „Stochastik“ heißen.

Das vor dem Hintergrund des Zitats von Berhard Pörksen nicht absurd - beinahe schon pervers - zu finden, fällt schwer.

In der Bildungsrepublik Deutschland herrscht Uneinigkeit: Können Abiturvorbereitungen weiterlaufen, während die Welt still steht? Ganze Nationen sind planlos, aber Schüler sollen Lernpläne erstellen? Und vor allem, was genau waren jetzt nochmal die Vorteile des Bildungsföderalismus?

Eine Schülerpetition jagt die andere und eine Schlagzeile zum Abitur 2020 ist polarisierender als die Vorherige. Im Bildungswesen dreht sich plötzlich alles um eine einzige Frage: Welche Rolle sollten Abschlussprüfungen in einer globalen Krise spielen?

Seit dem 13. März sind die Schulen in Baden-Württemberg geschlossen. Ausnahmezustand. Irgendwie aufregend. Aber diese Art von Aufregung stimuliert eben nur kurzfristig und wirkt bald vor allem belastend. Zuerst tagelange Ungewissheit. Nachrichten-Aktualisieren im Stundentakt: Abiturprüfungen in Hessen werden geschrieben. In NRW möglicherweise zum Ausfallen verurteilt. In Frankreich bereits abgesagt. Aus Baden-Württemberg lange Zeit nichts Neues. Dann endlich der Beschluss des Kultusministeriums:

Abschlussprüfungen finden statt - so zumindest die momentane Aussicht, lässt doch die Wechselhaftigkeit von Standpunkten und Schlagzeilen jedes Aprilwetter neidisch werden. Alles ist möglich, alles offen. Planungssicherheit? No way.

Garantiert werden soll deshalb von Seitens der Regierung zumindest eines: Selbstverständlich wird bei anstehenden Prüfungen Rücksicht auf die außergewöhnliche Situation der Schülerinnen und Schüler genommen. Umgesetzt werden diese Floskeln zunächst, indem manche Abiturienten nun, dank den neuen Terminen, drei ihrer vier Prüfungen an direkt aufeinanderfolgenden Tagen ablegen dürfen. Dieser rücksichtsvollen Maßnahme kann die Schülerschaft im Allgemeinen leider eher wenig Wertschätzung entgegenbringen.

Angebracht an dieser Stelle – ein Appell an die eigene Vernunft. Muss man sich doch fairerweise selbst fragen, wie Alternativen aussähen.

Die Optionen „Notabitur“ und „Durchschnittsabitur“ spalten die Schülerschaft in zwei Lager, deren Meinungen unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide Varianten zielen schlussendlich darauf ab, dass Abiturienten am Ende des Sommers ihre Zeugnisse in den Händen halten. Zukunftsplänen,wie Studienplatzbewerbungen dürfte doch damit nichts im Wege stehen.

Aber vielleicht geht es darum überhaupt nicht. Vielleicht ist der springende Punkt nicht, von sich behaupten zu können, Abitur gemacht zu haben. Der Fixpunkt des Gedankenkarussells ist dieses widerspenstige „Aber“, das sich an jede Aussage über die Ergebnisse unserer Reifeprüfung heften würde. Durch keine noch so diplomatische Relativierung abzuschütteln. Die Befürchtung, das Abiturzeugnis des Jahrgangs 2020 könnte in Zukunft zwar Gültigkeit, nicht aber die übliche Validität besitzen, ist in der Vorbereitungsphase omnipräsent. Übertrieben ist diese Sorge nicht, vor allem, falls die Abiturprüfungen - wie in einigen Nachbarländern – ganz entfallen.

Abschluss ohne Abschlussprüfungen?

Als würde die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Weltmeisterschaft den Titel holen, ohne zu dem entscheidenden Endspiel angetreten zu sein. Ups, überdramatisch.

Auf weniger größenwahnsinniger Ebene, wie ein Buch aus zwölf Kapiteln - die letzten Seiten jedoch ungelesen.

Wie nun das Problem lösen, wenn diese Seiten gänzlich herausgerissen wurden? Wenn stattdessen auf skrupellose Weise neue Blätter eingeklebt wurden, auf denen völliger Unfug zu stehen scheint. Papier statt teurem Pergament. Umgeschrieben und eingeklebt, ohne die Leser zu fragen. Ein unerwartetes Ende, das im vorausgegangenen Kontext überhaupt keinen Sinn zu machen scheint.

Denn schlussendlich sind unsere ausgereiften Meinungen und Argumente im Hinblick auf das Abitur nahezu hinfällig. Nicht nur, weil letztendlich die Entscheidungsgewalt in der Hand der Kultusministerien liegt, sondern vor allem, weil das Jahr 2020 nicht mehr davon abgehalten werden kann, ungewöhnlich zu sein. Über Existenz und Bedeutung des Begriffs „Normalität“ wird viel philosophiert, aber feststeht: Sollte es sie jemals gegeben haben, ist sie nun für´s Erste untergetaucht. Die ursprüngliche Buchseiten sind weg.

Schwierig, sich nach dieser Erkenntnis wie volljährige, vernünftige Bundesbürger zu verhalten. Einerseits das Bedürfnis in kleinkindhafter Manier trotzig mit dem Fuß auf den Boden zu stampfen und nach einem normalen Abitur, unter normalen Umständen, mit normalen Prüfungsterminen, normalen Korrekturen und normalen Abi-Partys zu verlangen. Alle anderen Alternativen nicht akzeptieren. Kompromisslos auf der eigenen Position beharren, bis die andere Partie nachgibt. Aber die zu bekriegende Partie gibt es in diesem Fall nicht. Nur viele Menschen, die versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Die besten Ergebnisse zu erzielen und die klügsten Entscheidungen zu treffen. Kleinkind also wieder einpacken. Stattdessen Kopf und Nerven bewahren. Denn wer den Kopf verliert oder mit dem Kopf durch die Wand geht, hat schließlich keinen mehr um Abiturprüfungen abzulegen.

Vielleicht gehört genau das zur diesjährigen Reifeprüfung: Krisenmanagement als Kernkompetenz. Zweifel, Frust und Resignation umtänzeln. Stattdessen Routinen entwerfen und verwerfen, Lernpläne erstellen, erneuern, verbessern. Auch einfach mal anfangen, ohne zu wissen, wie und wo. Sich im Prozess verrennen dürfen oder den Weg absichtlich aus den Augen verlieren, um einen besseren zu wählen. Von einer asphaltierten Hauptstraße mitten in scheinbar uferlosen Morast und herausfinden, ob das nun Umweg oder Abkürzung war. Denn möglicherweise bringt Pandemie dann auch Privilegien mit sich: Wer diese Zeit nicht nutzt, um sich in der Rolle des pessimistischen Prophetens zu üben oder exzessives (und grenzenlos verführerisches) Netflix-Serien-Binge-Watching betreibt, ist mit mehr Zeit gesegnet als jeder andere Jahrgang vor uns. Wir haben Zeit, die uns im Schulalltag fehlt. Die Möglichkeit, im Chaos zu schwimmen und darin die besten Lösungen zu finden: Die besten Uhrzeiten für produktive Lerneinheiten entdecken. Neue Methoden ausprobieren, vielfältiger Lernen: Online Lerngruppen – irgendwo zwischen Elan und schlechtem WLAN, Dokumentationen verschlingen als pseudoproduktive Prokrastinationsmöglichkeit. Bücher lesen, ohne zeittechnische Zweifel hegen zu müssen.

Abseits von der Entwicklung von Selbstoptimierungsmethoden zu Lernzwecken, haben wir mehr Zeit - wenn auch weniger Nerven - für das Ausarbeiten von Zukunftsplänen und für regelmäßige Reflexion. Die Erkenntnis?

Gefühlslage irgendwo zwischen einer Überdosis Selbstverantwortung, euphorischem Freiheitsrausch und ein bisschen Hilfslosigkeit. Zwischen Zwangslagen und Zukunftsträumen zappeln.

Aber die wirklich wichtige Erkenntnis ist eine andere:

Abseits vom politischen System der USA, den Vor- und Nachteilen des Brexits, der Bedeutung der Berliner Mauer für den Ost-West-Konflikt, haben wir in den letzten Wochen mehr sogar noch mehr gelernt, als es in der Abiturvorbereitungsphase üblich ist:

Wir verstehen den Wert einer freundschaftlichen Umarmung, der Menschenmenge auf einem Konzert oder den Luxus eines spontanen Café-Besuchs.

Wir werden uns daran erinnern, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, über einen vollen Terminkalender jammern zu können, das eigene Haus verlassen zu dürfen und sich bester Gesundheit zu erfreuen.

Wir haben gelernt, dass wir auch dann hoffen können, dass alles nach Plan läuft, wenn wir eigentlich keinen haben.

FORTSETZUNG FOLGT....

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* Zitat: Annika Gromer

Jeder geht mit dieser aktuellen Zeit auf seine eigene Art und Weise um. Manche Menschen schreiben...

„CoronABI – Wir lernen zu Hause!“ * oder: Zwischen Zwangslagen und Zukunftsplänen zappeln (Kim Romagnoli, Klasse 12)

Internet in der Corona-Zeit presented to you by Ina Hagspiel (Rede an die Schülerschaft - Ina Hagspiel, 10b)

Auswirkungen der Corona–Pandemie auf unser Alltagsleben (Jonathan Salzgeber, 9b)

Liebe Mitschüler und Mitschülerinnen,

Corona hat unser Leben übernommen. Seit Wochen befinden sich ganze Länder in Ausgangssperre und jeden Tag steigt die Anzahl der Toten rasant an. Und auch wenn wir uns nach draußen begeben, herrscht eine solch angespannte Atmosphäre, welche einen schon fast fertig macht, verstärkt von den riesigen Warnhinweisen, die einem einen Sicherheitsabstand von zwei Metern vorschreiben. Beim Einkaufen schauen einen Menschen schief von der Seite an und Reizhusten ist der neue Turban am Flughafen. In Zeiten solcher Angst und Einsamkeit verbindet uns vorrangig das Internet. Denn wie würden wir sonst die letzten sozialen Kontakte aufrechterhalten, die uns noch bleiben?

Ich frage mich, wie diese Situation vor ein paar Jahrhunderten ausgesehen hätte. Natürlich nicht mit den damaligen Standards der Hygiene miteinbezogen. Denn die Isolierung bedrückt vorrangig nicht die Familien, die Zuhause in ihrem zweistöckigen Neubau leben, oder die Paare, welche sich nach dieser Zeit höchstwahrscheinlich nur vorm Scheidungsrichter wiedersehen werden. Nein, die Menschen, die tatsächlich ein Problem haben, sind die Menschen, welche alleine zuhause sitzen. Denn auch wenn ich menschlichen Kontakt meist vermeide, ist auch mir klar, dass dieser das ist, was unser Leben interessant macht. Ich meine, was wäre unser Leben, ohne unsere Freunde oder unsere Familie? Nicht nur um einiges einfacher, sondern auch sehr, sehr langweilig und fad. Also, wie hätten diese Situation Menschen überstanden, ohne die heutige Vernetzung? Vermutlich gar nicht. Sie wären schneller eingegangen als eine Topfpflanze. Das Internet nimmt eine gute Portion der Angst und gibt uns ein Gefühl der Verbundenheit. Natürlich könnte man über all die erwachsenen Promis reden, welche nun ihre Karriere auf TIK TOK retten wollen, was mir ehrliche Sorgen bringt, wozu der Mensch fähig ist, aber abgesehen von solchen Lappalien hilft es enorm. Natürlich ist es auch wichtig, damit unser Leben ein wenig weitergehen kann. Zwar nur langsam und schwermütig, aber Online- School gibt einem zumindest den Anschein von Normalität. Alle Leute, die jetzt von zuhause arbeiten, unterstützen zudem die Wirtschaft und halten diese zum Teil am Laufen, und Online-Handel sowie diverse andere Plattformen tragen auch zur Stabilisierung dieser Wirtschaftskrise bei. Und wieder lässt sich fragen, was wir ohne diese Errungenschaften anstellen würden. Darüber hinaus hilft das Internet auch enorm, die Nachrichten zu verbreiten und jeden über das Virus zu informieren, was eine gründlichere Quarantäne und ein besseres Verständnis des Virus in der Gesellschaft bewirkt. Und das wiederum führt zu mehr Gelassenheit und den tausenden Radfahrern, welche in Scharen jeden Tag an meinem Haus vorbeiziehen sowie den schwitzenden Menschen in der Mid Life Crisis, welche seit 1990 zum ersten Mal wieder joggen gehen. Wer hätte das gedacht? Fitness. Home Workouts und Sport-Apps halten die Menschen schlank, damit wir nicht alle mit Diabetes und einem Bauchumfang von 168 cm aus der Quarantäne herausrollen. Was würden wir auch sonst zuhause anstellen. Mal abgesehen von den sporadischen Trips zum Supermarkt, welche nun zum neuen Catwalk a la Heidi Klum mutieren, oder den Marathons, die ja auch nur in unserer Gegend wirklich möglich sind, ohne den Sicherheitsabstand zu verletzten. Das Internet unterhält uns. Natürlich ist das nun nicht die idealste Art seine Zeit zu verbringen, aber zumindest haben wir etwas zu tun. Wir können Musik hören, reden, lesen und Spiele spielen, was die Zeit ein wenig schneller vergehen lässt.

Zusammenfassend kann man also sagen. Ja. Ja, das Internet hilft uns durch und durch. In solchen Zeiten ohne jeglichen Halt oder Normalität brauchen wir etwas, was uns zeigt, dass das Leben weitergeht. Denn wenn wir ehrlich sind, jeder hat Angst vor dem Wandel und den Folgen, welche Corona hinter sich herziehen wird. Vieles wird sich verändern und manche Schäden in der Wirtschaft etc. werden länger brauchen, um sich zu erholen. Und genau aus diesem Grund brauchen wir eben dieses etwas, was uns zeigt, dass es uns allen so geht und hier niemand alleine dasteht.     

Das Jahr 2020 ist bisher einmalig. Dabei befinden wir uns momentan erst im vierten Monat dieses Jahres. Nachdem wir im Januar die Golf-Krise überwunden haben, die durch einen tödlichen Drohnenangriff der USA auf einen wichtigen iranischen General verursacht wurde, kam bereits die nächste Krise: Wir haben eine sich wieder auffrischende Flüchtlingswelle erlebt. Diese provozierte der türkische Präsident Erdogan, welcher unter dem Vorwand, eine sichere, neutrale Zone für die aus Syrien stammenden Flüchtlinge zu errichten, in Nordsyrien einmarschierte. Die EU (Europäische Union) wollte trotz Anfrage nach finanziellen und militärischen Mitteln diese nicht gewährleisten. Daraufhin drohte Erdogan damit, die Grenzen zu öffnen und die Flüchtlinge von der Türkei in Richtung Zentraleuropa zu lassen. Doch das Nachbarland Griechenland verstärkte seine Grenzen und versuchte viele Flüchtlinge von der Überquerung der Grenze teils mit Gewalt zurückzuhalten. Doch diese Krise, die momentan die ganze Welt betrifft, ist eine andere. In diesem Bericht geht es um unseren aktuell stärksten Feind: das Virus Covid-19, besser bekannt als Coronavirus. Der erste Textabschnitt dieses Berichts befasst sich mit den Fragen: Wo kommt das Virus her? Was ist das für ein Virus? Warum hat sich dieses Virus so schnell in der ganzen Welt verbreitet? Natürlich unternimmt der Staat Sicherheitsmaßnahmen, diese werden am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland im zweiten Textabschnitt dargelegt. Im Schlussteil beschreibt der Autor die Auswirkungen dieser Maßnahmen bezogen auf dessen Alltagsleben und er bezieht persönlich Stellung zu dieser Situation.

Die genaue Herkunft des Coronavirus ist unklar. Allerdings sollen sich die ersten infizierten Personen, die verzeichnet wurden, auf einem Markt in Wuhan (eine Stadt in China) aufgehalten haben. Man geht davon aus, dass der Virus von einem dort zu verkaufenden Wildtier, wie beispielsweise einer Fledermaus, übertragen wurde, da bei der Fledermaus bereits vor der Pandemie verwandte Viren gefunden worden sind. Doch auch ohne diese Erkenntnis war das Virus nicht völlig unbekannt, denn bereits 2002 brach in China das sogenannte SARS-Coronavirus aus, welches einen ähnlichen Verlauf hatte, der jedoch nicht so stark ausfiel. Diese Art von Viren können sowohl Menschen, als auch Tiere infizieren.

Dieses Virus kann aber nur für ältere Personen oder Personen mit starken Vorerkrankungen gefährlich sein. Es ist deshalb eine internationale Gefahr, weil die Inkubationszeit 14 Tage beträgt. Das bedeutet, dass die Symptome auch erst zwei Wochen nach der Infektion auftreten können und man bis zu diesem Zeitpunkt bereits mit mehreren anderen Personen in Kontakt gekommen ist, die sich dann wiederum infiziert haben könnten und dann weitere Personen unabsichtlich infizieren. Dadurch und durch die vorhin angesprochene lange Inkubationszeit breitete sich das Virus mit Sicherheit durch Geschäftsreisende oder Urlauber in anderen Ländern aus, bevor der erste Infizierte vermerkt wurde. Dadurch hat sich das Coronavirus innerhalb von wenigen Monaten über den ganzen Erdball verteilt.

Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Coronavirus auch Deutschland erreicht und die Bürger damit konfrontiert werden. Schon vor der ersten Verifizierung eines Infizierten erließ die Regierung der Bundesrepublik Deutschland ein Ausreiseverbot nach China und versuchte die deutschen Bürger aus dem Risikogebiet in China zurückzuholen. Diese Rückkehrer mussten zwei Wochen in Quarantäne verbringen. Sie wurden beispielsweise in eine extra hergerichtete Kaserne gebracht und sie durften keinen Kontakt mit außenstehenden Personen haben. Dennoch wurde am Anfang dieses Jahres ein Mann aus Bayern positiv auf  das Coronavirus getestet. In einem Zeitraum von etwa einem Monat wurden noch vereinzelt Infizierte in Quarantäne geschickt. In der Zwischenzeit wurde Italien vom Covid-19 überrascht. Das Virus verbreitete sich exponentiell und verbreitet sich immer noch. So wurde fast ganz Italien zum Risikogebiet erklärt. Daraufhin durfte kein deutscher Bürger mehr dorthin reisen und jene, die dort zu Gast waren oder nach Deutschland zurückgeschickt wurden, mussten in Quarantäne gehen. Jetzt war es schon so gut wie sicher, dass der Alltag in Deutschland umstrukturiert werden wird. Im Zeitraum vom 12. März bis zum 15. März im Jahre 2020 beschlossen alle Bundesländer, fast alle öffentliche Einrichtungen zu schließen, wie zum Beispiel die Schulen. Außerdem wurden eine Ausgangsbeschränkung und ein Kontaktverbot eingeführt.  Dies verbietet eine Ansammlung von mehr als zwei Personen, mit Ausnahme von Familien und in einem Haushalt zusammenlebende Menschen. Zusätzlich wurde die Wirtschaft heruntergefahren, in dem viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins sogenannte Homeoffice schickten, um eine schnelle Verbreitung des Virus nicht zu ermöglichen.

Diese Maßnahmen und Beschränkungen betreffen natürlich auch mich als deutschen Bürger. Der Schulunterricht wird digital in Form von Aufgaben, Arbeitsblättern und Videos zur Erklärung fortgesetzt. Zuerst war ich wie viele andere Schüler wie euphorisiert, dass die Schule für einige längere Zeit ausgesetzt wird, doch schon bereits nach einer Woche bemerkte ich, wie einfältig diese Freude war, denn auch der Vereinssport ist ausgesetzt worden. Außerdem wurde auch die Möglichkeit vereitelt, sich persönlich mit seinen Freunden zu treffen, da dies ja ebenfalls zur Verbreitung des Virus beitragen würde. Des Weiteren fürchten sich viele Menschen durch die Übertreibung der sozialen Medien und die übertriebene Darstellung des Coronavirus im Internet vor eben diesem und übertreiben mit den Sicherheitsmaßnahmen, durch beispielsweise Masseneinkäufe in Apotheken und Supermärkten. Dies führte zu einem Mangel an Desinfektionsmitteln, Klopapier, Nudeln und Mehl. Mittlerweile ist es so weit gekommen, dass Sicherheitsleute an den Kassen stehen und dafür sorgen, dass sogenannte Hamsterkäufe nicht vorkommen. Obwohl die Regierung diese wichtigen Maßnahmen ergriffen hat, finde ich, dass diese das Volk besser hätte vorbereiten können und so auch die Panik vorbeugen hätte können. Natürlich wird man jetzt sagen, dass es nur ein sehr kleines Zeitfenster zur Vorbereitung dieser Maßnahmen gab, doch das Virus ist, wie bereits dargelegt, nicht gänzlich unbekannt. Außerdem beträgt der Zeitraum zwischen dem ersten Infizierten in China und dem ersten Infizierten in Deutschland ungefähr drei Monate und somit war die Regierung bereits vorgewarnt. Ich vermute, dass die Politik, aber auch viele Menschen dieses Virus nicht ernst genommen haben, da es sich ja damals noch nicht um unser Problem gehandelt hat. Darum appelliere ich nun an die Bürger und Politiker der Bundesrepublik Deutschland, aber auch an all die anderen Menschen auf der Welt: Geht mit offenen Augen durch die Welt! Wir sollten alle zusammenhalten und Probleme gemeinsam lösen, egal wer die besten Militärwaffen besitzt, egal wie das Einkommen oder wie hoch die Schulden eines Staates sind. Denn nur so schaffen wir es, eine gerechte und solidarische Welt zu schaffen, in der wir uns alle gegenseitig respektieren und akzeptieren. Seid nicht so egozentrisch und handelt nur dann, wenn eure eigene Existenz bedroht ist, und bitte hört nicht auf alles, was Politiker oder andere wichtige Personen sagen, denn diese sind auch nur Menschen und Menschen machen Fehler. Ich möchte nun dennoch die Reaktion der Bundesregierung loben, nachdem das Virus bei uns angekommen ist, denn durch die Manöver konnte die Verbreitung verlangsamt werden. Außerdem versucht der Staat die wirtschaftlichen Verluste so gering wie möglich zu halten und Selbstständige, so gut es geht, finanziell zu unterstützen, was vielen Unternehmen hilft, die derzeitige Lage zu überwinden und Selbstständige vor dem Ruin rettet. Ich bin froh, dass ich in einem solch demokratischen und sozialen Staat leben darf und hoffe, dass dieser und seine Bürger diesen Ausnahmezustand so gut wie unbeschadet übersteht.

Auch nach fast drei Wochen ist das Corona Virus das Thema der Nachrichten und auch bei wahrscheinlich fast allen am Essenstisch. Verständlicher Weise, keine Frage. Und so schlimm die derzeitige Lage für jede ist, es hat tatsächlich auch positive Aspekte. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist das Wasser der Kanäle Venedigs wieder sauber und man sieht sogar wieder Fische dort schwimmen. Und nach Ewigkeiten kommen wieder Delphine an die Küste Spaniens. Nur, weil keine Schiffe mehr fahren. Oder zum Beispiel die Umweltbilanz Chinas hat sich deutlich verbessert. Und das alles „nur“ weil die ganze Welt mehr oder weniger wegen des Coronavirus´ still steht. Vielleicht lernt die Gesellschaft ja sogar was aus dieser Krise, dass nur, wenn wir alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen, diese Krise überwinden können.

Ich möchte nicht sagen, dass die Corona-Krise etwas Gutes ist, auf gar keinen Fall! Das Coronavirus ist für uns als Gesellschaft ein harter Schlag und wird auch nicht leicht zu überwinden sein. Aber wenn wir immer wieder auf die positive Seite schauen, wird es vielleicht leichter, noch ein bisschen länger daheim zu bleiben. 

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