Mittlerweite höre ich dieses Wort mehr als zehnmal pro Tag. Vom ersten Wort, das ich höre, wenn ich das Schulhaus betrete, bis zum Gesprächsthema zuhause. Das Corona-Virus scheint langsam mein Leben zu infiltrieren. Natürlich ist da ja noch die Sache mit den Infektionen. Rasant steigt deren  Anzahl täglich. An unserer Schule gibt es mindestens Eine und die Vierte scheint schon vor der Tür zu stehen, wenn ich den Quellen, namens Mitschüler, vertrauen kann. Die einen gehen noch ruhig durchs Leben, während die anderen nicht nur 5 Sanft&Sicher XXL-Klopapierpackungen bei sich stehen haben, sondern endlich auch das Händewaschen auf ihre TO-DO-Liste setzen. Ich hoffe aufrichtig, dass denen das Händewaschen nicht erst  jetzt wichtig geworden ist.

Jeder kennt sich mit Corona aus und wenn man ihnen glauben mag, kann Corona kein Beck´s ersetzen, soll auch anscheinend nicht schlimmer als eine Erkältung sein, aber gleichzeitig auch alle Menschen tot umfallen lassen. Insbesondere scheint genau dieser eine Nachbar alles über das Virus  zu wissen. Wenn du ihn kennst, kannst du deine „Corona-Virus –Alles was du wissen musst von (L)A(U)(F) bis Z“ –Lektüre in die Tonne schmeißen.                                      

Ab kommenden Dienstag stellt die Schule vorerst den Betrieb ein, um die Infektionskette zu unterbrechen, wie es heißt. In der schönsten und zugleich stressigsten Zeit des Jahres. Schullandheime und Auslandsfahrten werden ausfallen. Corona hat sich  auch noch entschlossen Abschlussklassen an jeder Schule ins Gesicht zu schlagen. Abiturienten, die jetzt kurz vor den Prüfungen stehen, sind besorgt über die fehlende Vorbereitungszeit. Besser geht es kaum.

Natürlich, ist es auch von Bedeutung zu verstehen, dass hier auf die Gesundheit und auf unsere Mitschüler*innnen geachtet werden muss. Auch wenn das Corona-Virus nicht viel schlimmer als eine Grippe sein soll, muss es trotzdem behandelt werden. Dafür brauchen wir Platz in Krankenhäusern, der aber schwer zu kriegen wäre, wenn plötzlich zweidrittel Deutschlands infiziert wäre.

Deshalb mal im ERNST: Passt auf euch auf, fasst nach dem zwei minütigen Händewaschen nicht die Türklinke der öffentlichen Toilette an und bitte, denkt an Hamstereinkäufe, wenn ihr euer Nagetier nicht sterben lassen wollt  (Ein Hamster braucht kein Klopapier!).

Informiert euch auch ausreichend, damit ihr nicht in Panik geratet und verhaltet euch solidarisch mit  euren Mitmenschen.

Vorabizeit ist die schönste Zeit – von wegen…

Mit den Schulschließungen versucht man die Gesundheit vieler Menschen zu sichern, wogegen man auch absolut nichts einwenden sollte! Aber Maßnahmen, die hier

helfen sollen, stellen für uns Abiturienten eine echte  Herausforderung dar!

Eine der angeblich schönsten Zeiten habe ich mir tatsächlich anders vorgestellt. Statt eine schöne Zeit mit seinen Freunden zu verbringen und die Schulzeit noch einmal zu genießen bevor man den Schritt in die Berufswelt wagt, stehen wir alle vor oder schon in einer schwierigen Zeit, die zum Teil kriegsähnliche Zustände annimmt. Keine Freunde mehr sehen dürfen, kaum Geschäfte haben mehr geöffnet und auch die Freizeitangebote sind nur noch eingeschränkt bis gar nicht mehr zu verwirklichen – man schottet sich also eigentlich komplett von seiner Umwelt ab.

Fünf Wochen vor dem Abitur gerät gefühlt alles ins Schwanken, man wird immer unsicherer, weil selbst die Regierung nicht weiß, wie es weitergeht. Es scheint alles so unreal, man ist sich nicht bewusst, dass man in kurzer Zeit sein Abitur schreiben wird, da dieses Thema durch das Virus, das nun einmal im Zentrum der Medien steht, überschattet wird.

Sicher ging es vielen so - vom einen auf den anderen Tag wurde das Leben einmal auf den Kopf gestellt. Zu uns hieß es, wir sollten uns weiterhin mit einem großen Maß an Eigenverantwortung auf das Abitur vorbereiten. Doch wie genau stellt man sich das vor? Keine noch so gute Plattform kann wohl einen persönlichen Kontakt mit einer Lehrkraft ersetzen, also heißt es fünf Wochen so gut wie möglich arbeiten und auf die Bereitschaft der Lehrer zu zählen.

Mir fiel es zu Beginn sehr schwer, das alles erst mal zu realisieren. Vieles, was man sich von einer schönen Zeit vorgestellt hat, wird so nicht passieren. Es wird alles anders sein. Der Prozess  alles zu begreifen, geht bei manchen schneller, bei manchen ist er kräfteraubender. Abfällige Kommentare von außen, man sei egoistisch, würde seinen Abschluss über die Gesundheit anderer stellen, bringen die Gedanken noch mehr in Bewegung und man hat das Gefühl, gar nicht mehr zu wissen, wo es überhaupt lang geht. Vieles wird in Frage gestellt; was, wenn es wirklich so ist? Was, wenn ich wirklich so egoistisch bin, dass ich es selbst nicht mehr merke?

Es ist nicht meine Intention, mein Abitur über die Gesundheit anderer Menschen zu stellen. Gesundheit geht in jedem Fall immer vor, doch trotzdem ist dieser Einschnitt ein kleiner Rückschlag, da man sein ganzes Leben auf etwas hingearbeitet hat, das jetzt sehr unsicher scheint. Trotzdem geht es weiter, ich werde genauso versuchen alles Mögliche aus diesen fünf Wochen Vorbereitung raus zu holen. Was fehlt, ist der Ausgleich zur Schule. Freunde treffen, raus gehen, Ablenkung suchen – inwiefern ist das in der jetzigen und der folgenden Zeit noch zu realisieren? Vielleicht ist es dieser eine Schritt sich Ankerpunkte für die nächste Zeit zu setzen, kleine Dinge zu suchen, auf die man sich freuen kann und die einen aus dieser ausweglos scheinenden Situation entführen können. Es sind kleine Hoffnungsschimmer, Lichtblicke am Ende des Tunnels, die dabei die nötige Kraft verleihen alles zu verarbeiten und helfen, nach vorne zu schauen.

Zum Teil fühlt man sich wirklich eingeschlossen mit seinem Schulzeug, hat vielleicht auch ein bisschen Angst vor der kommenden Zeit, ob das alles noch so klappt, wie man sich das vorgestellt hat, weil doch alles so unvorhersehbar scheint.

Doch was, wenn diese Zeit etwas verändern kann, die Menschheit mit all ihren Gewohnheiten; was, wenn die Menschen dadurch endlich verstehen, dass die kleinen Dinge viel größer sind als sie zu sein scheinen; was, wenn sich die Gesellschaft selbst bereinigt und was wenn diese Situation der Menschheit die Augen öffnet und der Egoismus und das Machtspiel der Menschheit in Zukunft keine so große Rolle in der Gesellschaft mehr einnimmt, sondern sich gegenseitig geholfen wird? Hat sich diese ganze Zeit dann nicht gelohnt?

Auch wenn es jetzt vielleicht noch nicht so scheint, rückblickend wird es sicher eine Zeit sein, aus der auch ich selbst viel mitnehmen werde. Das hoffe ich zumindest...

Die Blumen beginnen zu blühen, Vögel zwitschern und die Sonne strahlt. Eigentlich ist es doch das perfekte Wetter um mit Freunden zum ersten Mal in diesem Jahr an den See zu gehen, oder?! Aber genau das sollen wir jetzt nicht tun. So schwer es auch fallen mag in unserem Alter und vor allem bei diesem Wetter, daheim zu bleiben, das muss jetzt. Unverantwortlich ist es doch eigentlich, jetzt nur an sich zu denken und nur an seinen Spaß. Zum ersten Mal habe ich heute von den sogenannten „Corona-Partys“ gehört und da kommt mir die Frage in den Sinn: „Ist das jetzt Dummheit, fehlende Menschlichkeit oder doch der zu große Egoismus?“ Herausfinden werden wir das wohl nicht.

Nichtsdestotrotz geht der Tag weiter, also setze ich mich auf den Balkon und betrete mein derzeitiges Klassenzimmer über mein IPad. Ob ich mich daran wohl noch gewöhnen werde?

Schulschließung wegen Corona? Fühlt sich mehr an wie ein langes Wochenende. Die Schulaufgaben im Schlafanzug erledigt und zwischendurch gefrühstückt. Skeptisch war ich aber dann, als nicht alle Lehrer den Unterrichtsstoff hochgeladen haben. Unterrichtsfächer wie Musik, Sport oder Kunst dürften wohl etwas komplizierter zu bewältigen sein.  Trotzdem klappt das System ganz gut. Bis jetzt.  

Vielleicht beschäftige ich mich mit etwas Neuem, Kreativem.

Link zu unserer Schulplattform: http://wwschool.de

 

Neue Situationen erfordern neue Wege.

Auch in Zeiten, in denen das Handy und die digitale Kommunikation scheinbar über allem steht, wird uns nun immer mehr bewusst, wie wichtig uns doch die echten sozialen Kontakte sind. Vermutlich wird diese Erkenntnis in den kommenden Tagen und Wochen noch viel schmerzhafter werden, als uns lieb ist.

Die Schülerzeitung Lehrzeichen hat sich entschlossen, eine Art Corona-Tagebuch zu veröffentlichen. Um Dinge zu verarbeiten, um Dinge festzuhalten, vor allem aber, um zu zeigen, keiner ist alleine in dieser Situation! Wir sitzen alle im gleichen Boot.  

Tag 0 - Corona...

Tag 1 – 16.03.2020 - Realität oder Film

Tag 2 - 17.03.2020 - Tatsächlich produktiv?

Tag 3 - 18.03.2020 - Gedanken über Egoismus

Gedanken einer Abiturientin

Tag 4 - 19.03.2020 - Mich neu entdecken?

Tag 5 - 20.03.2020 - Privileg

Tag 6 - 21.03.2020 - Respekt

Tag 7 - 22.03.2020 - Wochenresümee

Gedanken einer Abiturientin - Teil 2

Tag 9 - 24.03.2020 - Videokonferenzen

Tag 10 - 25.03.2020 – Nutzlosigkeit?

Tag 15 – 30.03.2020 – Empörung

Tag 19 - 03.40.2020 - Gedanken Teil 3

Tag 20 – 04.04.2020 – die andere Seite

Tag 30 – 14.04.2020 – Politik geht scheinbar auch schneller

Tag 31 – 15.04.2020 – „Es geht weiter?!“

Tag 40 - 24.04.2020 – “Die kleinen Dinge”

Tag 52 – 6.05.2020 – Wirklich nötig?

Tag 82 - 05.07.2020 - Zurück ins Leben

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