Liebes Tagebuch.

Heute hatten wir ein Treffen der FDJ, der ich vor zwei Wochen beigetreten bin. Die FDJ ist einfach großartig, weil ich neue Freunde getroffen habe und die Erwachsenen dort total freundlich zu uns sind. Außerdem gibt es immer wieder riesige Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Pfingsttreffen, zu denen sehr viele Jugendliche aus ganz Deutschland, die in  der FDJ sind, nach Berlin kommen. Meine Eltern finden es ganz toll, dass ich mich nun sozial und vor allem für die SED engagier.

Und wieder so ein Tag…

…Heute Morgen bin ich aufgestanden und habe mich fertig für die Schule gemacht. Natürlich bestand meine Kleidung wie gewöhnlich aus einem schwarzen Oberteil, schwarzen Jeans und auch schwarzen Schuhe. Alleine bei meinem Make-up gab ich mir heute Morgen mehr Mühe. Das Gesicht recht hell geschminkt mit schwarzem Lidschatten und leicht rot unterlegten Augen. Die Lippen sind heute in einem dunklen Bordeaux-rot. Auf dem Weg zur Schule wurde ich, wie eigentlich jeden Tag, von allen komisch angestarrt. Als wäre ich ein Alien vom Planeten Gothicton.

Peace.

Kleine Erinnerung an mich selbst: Smile and Enjoy!

Seit Längerem hab ich überlegt, die Gesellschaft zu verlassen und hab´s endlich getan. Ich bin ein Hippie.  Ich habe meine Eltern verlassen und bin, da ich ja sowieso in San Francisco wohne, nach Haight Ashbury gelaufen. Seit einigen Tagen lebe ich jetzt auf der Straße ohne wirklich zu wissen, was ich tue. Ich genieße, schließe meine Augen, lass´ die Sonne auf mein Gesicht scheinen und bin glücklich.

Ich hasse sie alle!

Die Blicke waren unbezahlbar. Meine Mutter meinte, dass ich wie eine Hure aussähe. Aber das tat ich ja auch. Das Wort Punk bedeutet genau das. Und ich bin stolz drauf! Ich hab genug von meinen Alten. Scheinheilige Spinner, sag ich da nur. Gestern hab ich mich endlich befreit von diesen langweiligen, öden Normalos, die nicht einmal über den eigenen Tellerrand schauen. Deshalb hab ich mir jetzt einen Iro schneiden lassen. Damals musste ich mich dazu überwinden, aber jetzt bin ich ein anderer Mensch, ein besserer, befreiter Mensch. Das ist eine neue Generation.

Dienstag, 12.Februar:  Aufstehen. Rausgehen. In den Bus steigen. Im Bus war es mir zu laut und es schien niemand über etwas Interessantes zu reden. Der Bus kam an der Eishalle an und das Parken dauerte 10 Minuten länger, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Als der Bus endlich stehen blieb,  stolperte ich aus dem Bus, weil Schülermengen an mir vorbei strömten, als würde Bruno Mars am Eingang der Eishalle stehen.