• Redaktionsempfehlung
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Was vermisse ich eigentlich wirklich, in Zeiten von „social distancing“?

Ich vermisse es, dass, wenn ich beim Einkaufen ein bekanntes Gesicht sehe, ich nicht einfach so kurz mal Smalltalk führen kann.

Ich vermisse es, wenn ich auf der Straße jemandem begegne, ein Lächeln zu bekommen. Im Moment ist es mehr ein, „Oh sind das auch wirklich 1,5 Meter?“

Ich vermisse es, nach einem langen Tag einfach müde ins Bett zu fallen und mir zu denken: „Okay, heute war ich wirklich fleißig!“

Ich vermisse es, an eine Freundin gelehnt im Gras zu sitzen und über Gott und die Welt zu philosophieren.

Ich vermisse es, im Unterricht zu flüstern und mir mein Lachen unterdrücken zu müssen.

Ich vermisse es, mit einem kühlen Getränk in der einen Hand und meinen Freunden an meiner Seite, ausgelassen zu tanzen.

Ich vermisse es, mit meiner Familie in einer Pizzeria zu sitzen und die Pizza zu genießen.

Ich vermisse die kleinen Dinge. Erst jetzt fällt mir auf, diese Dinge habe ich zu wenig geschätzt.

  • Redaktionsempfehlung
Die Dame, der Herr, was darf es denn sein? Eine Anleitung zum Kühlschrank-selber-bauen, vegane Löffelkuchen-Rezepte oder Wunderworkouts für zu Hause? Tipps, um in drei Tagen fließend Schwedisch sprechen zu lernen? Wie wäre es mit den neuesten News über das Privatleben der britischen Königsfamilie? Lieber gänzlich seriös oder mit einem Schuss satirischer Provokation?

Als Medienkonsument darf man sich schon mal überfordert fühlen, wenn aus dem Informations- und Unterhaltungsangebot, das während der Corona-Krise endgültig an Überschaubarkeit verloren hat, eine Auswahl getroffen werden muss.

Seit Tagen fiebern Schüler, Eltern, Großeltern, und und und auf DAS Update der Regierung hin. Wie geht es jetzt weiter? Wann geht es für uns Schüler wieder in die Schule? Wann wird unser Leben wieder in den Normal-Modus zurückgestellt? Naja, ich denke, so schwer es auch fallen mag, jedem ist inzwischen klar, Normal-Modus, der wird noch nicht allzu schnell kommen! Und trotzdem ist es immer wieder hart, es gesagt zu bekommen. Für weitere zwei Wochen heißt es jetzt „home-school“, „home-office“ und die sozialen Kontakte werden weiterhin über das, inzwischen gut genutzte, Handydisplay gepflegt. Nicht nur, dass wir als Schüler, uns für weitere zwei Wochen alles mehr oder weniger selbst beibringen müssen. Auch unser diesjähriger Sommer steht still. Diesen Sommer gibt es keine Festivals, keine „Juze“-Partys und auch kein Kinderfest. Da fällt es selbst meiner Positivität schwer, beständig zu bleiben. Aber es bringt uns ja auch nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, oder?

23 Tage sitze ich jetzt schon zuhause und ich muss sagen, langsam kenne ich jede einzelne Fliese im Bad und habe schon jegliche Staubkörner unter meinem Bett gezählt. Als Ablenkung sind die Nachrichten inzwischen tatsächlich interessant und informativ natürlich auch, ohne Frage. Und da ist mir ein interessantes Phänomen aufgefallen. Die Entscheidungen in der Politik gehen ziemlich einstimmig und die daraus folgenden Konsequenzen sind die schnellen Entscheidungen für das Wohl aller. Fast alle Parteien, lassen wir die AfD hier einfach kurz außen vor, ziehen an einem Strang. Jeder Einzelne, beziehungsweise jede Partei lässt sich auf Kompromisse ein und hält nicht wie verrückt nur an seiner Meinung fest. Natürlich, derzeit herrscht Ausnahmesituation und dass hier die Entscheidungen der Regierung schnell getroffen werden müssen, ist auf jeden Fall zu unserem Glück. Aber dennoch sieht man, dass es auch außerhalb einer solchen Krise möglich wäre, Entscheidungen schneller zu treffen. Zum Beispiel in Bezug auf den Klimawandel, der übrigens keine Pause macht, nur weil keiner mehr über ihn redet. Gesetze zur Stoppung des Klimawandels könnten schneller getroffen werden. Meiner Meinung nach, sollten wichtige Entscheidungen mehr nach dem Wohl der Gesellschaft entschieden werden und nicht in jahrelangen Diskussionen, nur weil Partei A auf keinen Fall der gleichen Meinung wie Partei B sein möchte. Vielleicht nehmen die Politiker die Erkenntnis, dass mit etwas mehr Kooperation, das Regieren auch etwas leichter wäre, auch in die Sitzungen nach der Corona-Krise mit.

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